Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Um ihnen die erforderliche Wertschätzung entgegenzubringen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten wie beispielsweise eine angemessene Bezahlung und eine exzellente interne Kommunikation. Letztere erhält besonderes Gewicht, wenn sie auch über ein Mitarbeitermagazin erfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Was bringt ein Mitarbeitermagazin?

Aus rein finanzieller Sicht bringt ein Mitarbeitermagazin nichts. Im Gegenteil, es kostet. Gleichzeitig stellt es aber eine extrem lohnende Investition zum Erreichen von Mitarbeiterzufriedenheit und der qualitativen Marketingziele dar. Das setzt natürlich eine optimale Umsetzung voraus.

Interne Auswirkungen

Stimmen alle Parameter, kann ein Mitarbeitermagazin sich sehr positiv auf das Unternehmen auswirken:

Externe Auswirkungen

Da selten wirklich ausschließlich Mitarbeiter ein für sie bestimmtes Magazin lesen, besitzt eine solche Publikation auch immer eine gewisse Außenwirkung.

Ein Mitarbeitermagazin kann also durchaus weite Kreise ziehen, was eine sorgfältige Planung und Umsetzung nahelegt. Dazu sollte man zunächst die Zielgruppen genau betrachten.

Zielgruppen: Mitarbeiter und viele mehr

Natürlich richtet sich ein Mitarbeitermagazin seinem Namen entsprechend in erster Linie an die Mitarbeiter. Gelesen wird es jedoch oft noch von weiteren Personen. Diesen Umstand sollte man nicht nur passiv mit einkalkulieren, sondern aktiv für die gesteckten Marketingziele nutzen.

Wie das funktionieren kann, machen einige große Unternehmen und Konzerne vor. Deren digitale Mitarbeitermagazine sind teilweise öffentlich zugänglich. Die Adressaten sind dabei vordergründig die eigenen Mitarbeiter, in Wirklichkeit jedoch eine wesentlich größere Personengruppe. Ein anschauliches Beispiel dafür liefern ABB Deutschland und Deutsches Rotes Kreuz.

Um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss man zunächst die einzelnen Zielgruppen analysieren. Inwieweit sich wirklich alle bedienen lassen, hängt von mehreren Faktoren ab und nicht zuletzt auch vom Budget.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind die eigentlichen Adressaten. Auf sie muss die Zeitschrift inhaltlich und formal zugeschnitten sein. Das bedeutet zunächst auch einmal ganz banal, dass überhaupt genügend Mitarbeiter vorhanden sein müssen, um ein Magazin für sie ins Leben zu rufen. Besteht die Belegschaft lediglich aus fünf Personen, bieten sich sinnvollere Investitionen zum Wohl der Mitarbeiter an.

Gesetzt den Fall, die Belegschaft ist groß genug: Welchen Nutzen stellt ein Mitarbeitermagazin für die Angestellten dar? Welche Inhalte sollen in welcher Form vermittelt werden? Wie lässt sich die Publikation für die oben genannten internen Ziele einsetzen? Über die Abteilungsleiter oder direkte Umfragen lässt sich herausfinden, ob ein Wunsch nach einem unternehmenseigenen Magazin besteht.

Bewerber

Begehrte Fachkräfte informieren sich in der Regel vorab genau über ihren eventuellen neuen Arbeitgeber. Es ist davon auszugehen, dass sie auch Einblick in ein Mitarbeitermagazin bekommen. Allein das Vorhandensein eines solchen Mediums spricht bereits für eine gewisse Wertschätzung der Leistung gegenüber den Angestellten.

Durch entsprechende Inhalte lassen sich auch erwünschte Bewerber gewinnen. Reportagen und Porträts von Mitarbeitern können Engagement und positives Betriebsklima nach außen transportieren. Manche Unternehmen sprechen potenzielle Neuzugänge sogar direkt an.

Wenn Sie wissen wollen, warum es wichtig ist, eine Arbeitgebermarke aufzubauen und mit welchen Employer-Branding-Maßnahmen Sie Ihr Unternehmen richtig positionieren, lesen Sie unseren Beitrag Employer-Branding-Maßnahmen – So angeln Sie sich qualifizierte Mitarbeiter.

Investoren, Marktteilnehmer, Geschäftspartner

„Die Branche ist klein.“ Das ist sie immer, egal wie groß Außenstehende sie wahrnehmen. Irgendwie kennt jeder jeden und alle stehen unter Beobachtung. Deshalb bleibt auch ein Mitarbeitermagazin nicht lange verborgen. Wer eine exponierte Stellung einnimmt, sollte dies offensiv nutzen.

Auch im Marktumfeld steht schon die Existenz eines Mitarbeitermagazins für sich. Je aufwendiger und attraktiver es gestaltet ist, desto stärkere Signale sendet es nach außen. Dort kommt an, dass man die Ressourcen für eine Publikation besitzt, über erstklassiges Personal verfügt und sich in einer wirtschaftlich vielversprechenden Lage mit Aussicht auf Expansion befindet.

Kunden

Sie stellen im Hinblick auf ein Mitarbeitermagazin die schwächste Zielgruppe dar. Geschäftskunden suchen mitunter gezielt nach Publikationen, Endverbraucher stoßen eher durch Zufall darauf. Werden Sie von Inhalt und Aufmachung angesprochen, entfaltet aber auch hier ein gut gemachtes Magazin seine Wirkung. Die Ansprache von Kunden sollte bei der Konzeption also mitgedacht werden.

Mögliche Formen für ein Mitarbeitermagazin

Viele denken im ersten Moment an die gute alte Mitarbeiterzeitschrift, die druckfrisch auf den Schreibtischen landet. Und in der Tat nimmt das gedruckte Magazin mit 82,9 Prozent aller Veröffentlichungsformen den deutlichen Spitzenplatz ein. Das besagt die Studie „Die Zukunft des Mitarbeitermagazins 2019“ von Kammann Rossi und der School for Communication and Management (SCM).

Im Untersuchungszeitraum landete die Online-Veröffentlichung mit 52,3 Prozent auf Platz zwei und mit riesigem Abstand und von lediglich 4,2 Prozent der befragten Unternehmen umgesetzt, die Mitarbeiter-App auf Platz drei.

Gedrucktes Magazin

Ein gedrucktes Magazin macht immer noch den meisten Eindruck, wird länger aufbewahrt, liegt oft gut sichtbar aus und glänzt durch seine Haptik. Voraussetzung für diese positiven Effekte ist natürlich eine entsprechend attraktive Aufmachung.

Im Vergleich zu den anderen Lösungen entstehen höhere Kosten durch den Druck, die Verteilung ist aufwendiger, die Vorlaufzeit länger.

Digitales Magazin

Gestaltung und Themenauswahl sind oft identisch mit einer gedruckten Mitarbeiterzeitschrift. Häufig als statisches PDF zum Herunterladen oder per E-Mail verschickt, können sich die Mitarbeiter die Publikation auf dem PC oder einem mobilen Gerät durchlesen oder bei Bedarf auch ausdrucken. Möglich sind auch PDFs mit Bildern, Links und Podcasts sowie Responsive-Varianten – für Tablet, Smartphone oder Intranet optimiert – oder ein E-Magazin sowie die Veröffentlichung in einem Blog oder als Podcast.

Die Kosten für den Druck entfallen, die Distribution erfolgt dank festgelegtem Verteiler mit einem Mausklick. Was fehlt, ist die Wertigkeit, die ein gedrucktes Magazin vermittelt.

Mobile App

Eine App ist normalerweise nicht dafür ausgelegt, nur ein Mitarbeitermagazin auf die Smartphones der Angestellten zu bringen. Sie wird auch genutzt, um schnelle Nachrichten für alle sofort verfügbar zu machen, egal, wo sie sich gerade befinden. Die Kommunikation erfolgt in beide Richtungen, Chaträume ermöglichen ein spontanes Zusammenarbeiten.

Die App ist daher kein Mitarbeitermagazin im ursprünglichen Sinn, sondern eher ein Instrument der Kommunikation untereinander. Obwohl Daten gespeichert werden können, stellt sie nicht das ideale Medium für langlebige Inhalte dar.

Formen-Mix für das Mitarbeitermagazin

Große Unternehmen setzen für ihr Mitarbeitermagazin oft auf einen Medienmix, der eine optimale Kommunikation sichert. Denn nicht alle Angestellten sind auf dieselbe Weise am besten erreichbar. Während im Haus das gedruckte Magazin verfügbar ist und gerne die Online-Version genutzt wird, bevorzugen Außendienstmitarbeiter eine App.

Zudem ist nicht jede Textart überall gleichermaßen gut aufgehoben. Während aktuelle Meldungen in einer Online-Version mehr Sinn ergeben oder besser noch gleich über eine App an alle weitergegeben werden, laden längere Artikel wie Hintergrundberichte, Reportagen und Interviews zum Schmökern in einer Printausgabe ein.

Welche Textart für welches Format am besten passt, veranschaulicht diese Grafik, die SCM im Rahmen seiner Studie „Die Zukunft des Mitarbeitermagazins 2019“ veröffentlicht hat:

Textformen im Mitarbeitermagazin, Quelle SCM
Textformen im Mitarbeitermagazin, Quelle: SCM

Inhalte im Mitarbeitermagazin

Was soll denn nun eigentlich hinein in das Magazin? Da es sich um eine Publikation für Ihre Mitarbeiter handelt, müssen Sie in erster Linie deren Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen. Diese so gut wie möglich zu bedienen, ist Teil des wichtigsten Aspekts: der Wertschätzung Ihren Mitarbeitern gegenüber.

Je passgenauer Sie den „Nerv“ Ihrer Angestellten treffen, desto besser lassen sich die eingangs erwähnten internen Ziele erreichen. Die ideale Mischung umfasst wichtige Informationen aus Unternehmen und Branche sowie allgemeine Nachrichten, die das eigene Arbeitsumfeld beeinflussen, Mitteilungen über interne Änderungen sowie Unterhaltsames.

Rubriken und Textformen

Ganz gleich, ob das Magazin online erscheint oder gedruckt wird, es braucht eine verlässliche Struktur. Die erreichen Sie durch feste Rubriken, die den Leser durch die Lektüre begleiten. Vor der allerersten Ausgabe sind deshalb sehr genaue Überlegungen nötig, welchen Rahmen Sie dauerhaft vorgeben.

Ein gutes Magazin, das man gerne in die Hand nimmt, lebt von einem Wechsel zwischen kurzen und langen Texten. Das gilt in gleicher Weise für eine Kaufzeitschrift wie für ein Mitarbeitermagazin. Die Benennung der einzelnen Rubriken sollte sich leicht erschließen und so allgemein gefasst sein, dass sich immer Inhalte dafür finden.

Pflichtinhalte Mitarbeitermagazin

Während viele Inhalte optional sind bzw. von dem Unternehmen, der Branche und den entsprechenden Themen abhängen, gibt es Themen, die ein Mitarbeitermagazin unbedingt haben muss und erst zu einem Magazin machen:

  • Editorial: Hierbei handelt es sich üblicherweise um das Vorwort des Herausgebers oder Chefredakteurs. Im Falle eines Mitarbeitermagazins ergreift an dieser Stelle jemand aus der Unternehmensleitung das Wort – oder auch mal jemand in einer anderen Funktion. Diese Begrüßung kann sich auf Ereignisse seit der vorhergehenden Ausgabe beziehen oder auf ein bestimmtes Thema in der aktuellen Ausgabe verweisen.
  • Inhaltsverzeichnis: Besteht das Magazin nicht nur aus zwei Papierbögen, ist ein Inhaltsverzeichnis unerlässlich. Es bietet Übersicht und macht bereits auf die einzelnen Inhalte neugierig.
  • Impressum: Während Editorial und Inhaltsverzeichnis lediglich sinnvolle Elemente darstellen, ist ein Impressum gesetzliche Pflicht – und zwar für eine gedruckte wie eine rein digitale Veröffentlichung. Das Impressum nennt mindestens den Anbieter und einen Mitarbeiter, der Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) ist. Mehr Informationen zur Impressumspflicht finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Vielfältige Möglichkeiten für interessante Inhalte

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten das Magazin interessant zu gestalten. Themen können in verschiedenen Formen wiedergegeben werden:

  • Kurzmeldungen: Brandaktuelles wirkt in einem vierteljährlich erscheinenden Magazin etwas deplatziert, weil es schon überholt ist, bevor die Druckmaschine angeworfen wird. Greifen Sie einen Aspekt heraus, der länger Bestand hat, oder bieten Sie eine exklusive Zusatzinformation. Sinnvoll ist es auch, auf einen Link zu verweisen, unter dem ständig die neuesten Entwicklungen beleuchtet werden.
  • Hintergrundberichte: Diese nehmen mindestens eine ganze Seite ein, können je nach Thema aber deutlich länger ausfallen. Erklären Sie hier, welche Auswirkungen neue Gesetzesvorgaben auf die Branche und das eigene Unternehmen haben, was sich genau hinter bestimmten Trends verbirgt etc. Binden Sie nach Möglichkeit Experten ein, mit Zitaten oder Interviews.
  • Interviews: Sie können wie erwähnt als Element in einen längeren Artikel eingebaut werden, aber auch als eigener Artikel erscheinen. Dann sollte das Interview jedoch thematisch wichtig genug sein und mindestens eine halbe Seite einnehmen. Interviewpartner können die genannten Experten, Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner sein.
  • Reportagen: Sie ist die lebendigste Textform. Der Autor berichtet direkt vom Geschehen und schildert im Idealfall sämtliche Sinneseindrücke. Dabei soll es „menscheln“. Das heißt, dass sich mindestens eine Person äußert – meistens in Form von Zitaten, eventuell auch mit einem kleinen eingeklinkten Interview. So schildert eine Reportage beispielsweise nicht nur, wie es in einer Werkshalle zugeht, sondern begleitet Ole und Jana, wie sie Teile eines Autos montieren, und lässt sie dabei zu Wort kommen.
  • Specials: Dabei beleuchtet man ein besonders wichtiges Thema besonders ausführlich und unter Umständen von verschiedenen Seiten. Denkbar ist ein mehrere Seiten umfassendes Schwerpunktthema, das aus verschiedenen Textformen wie Reportagen, Hintergrundberichten und Interviews besteht. Manchmal darf auch eine komplette Ausgabe einem einzigen Thema gewidmet sein, wenn zum Beispiel das 75-jährige Jubiläum ansteht oder sich anderes Epochales ereignet.
  • Unternehmensmitteilungen: Diese Art von Text taucht so nur in Mitarbeitermagazinen auf und informiert die Angestellten über Änderungen oder bezieht Stellung zu einem bestimmten Thema.
  • Personalien: Hier geht es um Beförderungen, Ruhestand und Stellenwechsel – und zwar sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Branche.
  • Serviceseiten: Hier findet sich alles, was den Mitarbeitern das (Arbeits-)Leben erleichtert: Angebote des Unternehmens wie Sport, Parkplätze und Kinderbetreuung, Fahrpläne, Einsparmöglichkeiten bei Versicherungen, Informationen für neue Kollegen etc. Diesen Bereich dürften vor allem Bewerber genau studieren, weshalb man sich an dieser Stelle gut ins rechte Licht rücken kann.
  • Unterhaltung: Wo es passt, sollten alle Artikel nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam gestaltet werden. Eine Seite, die ausschließlich dem Entertainment vorbehalten ist, kann bei großem Heftumfang zusätzlich erfrischend sein. Das können gesammelte Stilblüten aus dem Unternehmen sein, witzige Bildunterschriften für bereits veröffentlichte Fotos aus der Branche oder ein Rezept für ein Dessert in Unternehmensfarben.

Themen für das Mitarbeitermagazin

Laut SCM-Studie bestimmen die Kommunikationsverantwortlichen zu 83,6 Prozent der Themen in Mitarbeitermagazinen. Das heißt, wer das Magazin erstellt, bestimmt in der Regel auch, was hineinkommt. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass die zuständigen Personen mit sämtlichen Schnittstellen in Kontakt sein müssen. Was letztendlich im Heft landet, ist eine Frage der Bewertung.

Die Kommunikationsabteilung wählt allerdings meistens nur in großen Unternehmen selbstständig die Inhalte aus. In kleineren Unternehmen steckt in der Regel die Firmenleitung den Rahmen ab.

Wie die Blattmacher an die Themen kommen:

  • Beobachtung der Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und speziell aus der eigenen Branche. Was davon ist (auch in Zukunft) relevant? Wie lässt es sich für das Heft aufbereiten?
  • Erfassung von neuen Trends in der Gesellschaft oder der Branche. Hat etwas davon Auswirkungen auf das Unternehmen und damit auch die Mitarbeiter?
  • Gespräche mit der Unternehmensleitung und Vertretern der einzelnen Abteilungen: Wo gibt es Probleme, Unsicherheiten, Wünsche, Erkenntnisse? Ergibt sich ein Thema, sollten dazu noch weitere Gespräche geführt werden.
  • Vorschläge und Beschwerden aufgreifen: Oft werden Mitarbeiter selbst aktiv und bieten – mitunter auch unbewusst – ein Thema an.
  • Umfragen durchführen: Daraus ergibt sich manchmal Bemerkenswertes, das Anlass für einen Artikel liefert.

Erscheinungsweise

In der Regel erscheinen Mitarbeitermagazine drei bis sechs Mal pro Jahr (laut SCM-Studie bei 67,4 Prozent der Befragten). Für eine häufigere Veröffentlichung müssten mehr Ressourcen zur Verfügung stehen.

Zudem darf man nicht vergessen, dass die Mitarbeiter die Publikation ja auch lesen müssen. Eine monatliche Erscheinungsweise würde einige überfordern. Das Resultat wäre ein geringeres Interesse am Magazin, was die Umsetzung der gesteckten Ziele in Frage stellt.

Für den Start empfehlen sich wenige Ausgaben, deren Zahl im Bedarfsfall erhöht werden kann. Die Erscheinungsweise zu reduzieren, sendet immer negative Signale. Das sollte man deshalb nach Möglichkeit vermeiden.

Passender Sprachstil

Ein Mitarbeitermagazin liest sich im Idealfall wie ein herkömmliches Kaufmagazin. Das heißt, dass die Sprache klar, einfach und verständlich ist, sich kurze Sätze mit langen abwechseln und so formuliert wird, dass keine Langeweile aufkommt. Ob der Stil generell etwas gesetzter oder flapsiger wirkt, hängt vom Ton im Unternehmen ab.

Finden sich unter den Mitarbeitern überwiegend junge Leute, wird die Sprache wohl etwas lockerer ausfallen, bei einer älteren Belegschaft förmlicher. Duzen sollte man die Adressaten nur, wenn dies im gesamten Unternehmen zwischen allen Ebenen üblich ist. Duzen sich nur die eng zusammen arbeitenden Kollegen untereinander, ist Siezen angebracht.

Gestaltung des Mitarbeitermagazins

Das Mitarbeitermagazin ist Teil der Unternehmenskommunikation und damit des Corporate Publishing. Es muss also in Sprache und Aussehen (Corporate Design) zu den weiteren Publikationen im Haus passen.

Gibt es noch keine anderen Veröffentlichungen, an denen man sich im Rahmen der Corporate Identity orientieren kann, muss man erst einen Standard setzen. Dafür bieten sich die Unternehmensfarben an, um einen Wiedererkennungswert zu erzielen. Das Layout soll sowohl die Mitarbeiter als auch die mitlesenden weiteren Zielgruppen ansprechen und den gewünschten Eindruck vermitteln.

Ein luftiges Layout mit vielen freien Flächen wirkt elegant, ein ungewöhnliches kommt kreativ herüber und ein sehr sachliches strahlt vor allem Seriosität aus. Lassen Sie das Grundgerüst unbedingt von einem Profi erstellen.

Große Aufmerksamkeit sollte man auch der Auswahl der Schriften schenken, da sie den optischen Eindruck entscheidend mitprägen. Natürlich können Sie hier auch Ihre Unternehmensschrift einsetzen. Für längere Fließtexte sollten aber die Lesbarkeit im Vordergrund stehen. Anregungen dazu finden Sie zum Beispiel unter Magazin-Schriften – Kostenlose Alternativen zu Calibri & Co.

How-to: Eigenes Mitarbeitermagazin umsetzen

Wenn Sie ein Mitarbeitermagazin planen, gibt es einige Dinge vorab genau abzuwägen. Ein hochambitioniertes Projekt, das nach nur wenigen Ausgaben wieder eingestellt werden muss, wirkt kontraproduktiv. Lieber eine längere Vorlaufzeit einkalkulieren, um sicherer planen zu können.

Ist ein Mitarbeitermagazin wirklich sinnvoll?

Sie haben vermutlich mindestens 50 Mitarbeiter. Sonst würden Sie über ein eigenes Magazin gar nicht nachdenken. Soll es nur in Blogform auf der eigenen Webseite erscheinen, hält sich das Risiko in Grenzen. Planen Sie hingegen ein gedrucktes Magazin, erfordert das eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Rechnung.

Mehrwert für Mitarbeiter

Es geht darum, Ihre damit verfolgten Ziele wie Mitarbeiterbindung und Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in Einklang mit einem Mehrwert für Ihre Mitarbeiter zu bringen. Bei einem hohen Informationsbedarf innerhalb des Unternehmens können Hintergrundberichte einen Teil dieses Nutzens bieten.

Wenn die Angestellten dann auch selbst zu Wort kommen beziehungsweise deren Bedürfnisse aufgegriffen werden, zeigen sich positive Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Eine gute Publikation ermöglicht den Dialog. Dadurch erhalten Sie Feedback auf das Magazin und seine Inhalte, so dass Sie es immer besser auf die Ansprüche Ihrer Mitarbeiter abstimmen können.

Unter Umständen kann eine Umfrage vorab klären, inwieweit die Angestellten ein Mitarbeitermagazin schätzen würden. Hier kann gleichzeitig abgefragt werden, was sie sich von einer eigenen Zeitschrift erwarten.

Weitere Zielgruppen mitdenken

Wie eingangs erwähnt, lässt sich aktiv nutzen, dass auch andere Zielgruppen ein Mitarbeitermagazin lesen. In Zeiten von Online-Bewertungen von fast allem und jeden kommt es gut an, wenn ein Unternehmen sich vorbildlich um seine Angestellten kümmert. Dies kann es in einer Publikation wirkungsvoll zum Ausdruck bringen.

Daneben bietet ein Mitarbeitermagazin eine hervorragende Möglichkeit, bestimmte Inhalte öffentlich zu machen. Bedanken Sie sich beispielsweise in der letzten Ausgabe des Jahres bei Ihrem Personal für den außerordentlichen Einsatz, bringen Sie damit geschickt auch die positiven Geschäftsergebnisse unter. Unpopuläre Entscheidungen können Sie auf diese Weise sowohl Ihren Mitarbeitern als auch Kunden erläutern.

Den meisten Eindruck machen Mitarbeitermagazine natürlich auf Bewerber, weshalb die Publikation gezielt in das Employer Branding einbezogen werden sollte.

Schließen Sie die Effekte auf diese externen Zielgruppen mit in Ihre Überlegungen ein, damit Sie ein klares Bild vom unternehmerischen Gesamtnutzen bekommen.

Sind die nötigen Ressourcen vorhanden?

 

Bei Printmagazinen müssen Sie die Druck-, Material- und eventuell auch Lieferkosten bedenken. Doch auch, wenn es nur ein regelmäßig erscheinendes Online-Magazin sein soll, darf man keinesfalls den immensen Arbeitsaufwand unterschätzen:

  • Themenauswahl
  • Konzeption
  • Recherche
  • Bilder besorgen oder fotografieren
  • Experten und Interviewpartner anfragen und betreuen
  • Texte schreiben
  • Redigieren
  • Layouten
  • Korrekturlesen
  • Freigaben einholen
  • Veröffentlichen

Bei einer professionellen Magazinerstellung ist ein eingespieltes Team am Werk. Überlegen Sie genau, wie viele Mitarbeiter – und welche – Sie einsetzen wollen. Mindestens brauchen Sie zwei: einen, der die Federführung übernimmt und auch einige Texte selbst schreiben kann, und einen Grafiker.

Zudem stellt sich auch die Frage nach den „inhaltlichen Ressourcen“: Finden sich wirklich immer genügend Themen, um den geplanten Heftumfang auszufüllen? Planen Sie im Geiste bereits einige Ausgaben im Voraus, um dies einschätzen zu können.

Welche Form und Erscheinungsweise passen?

Viele wählen zum Start eine reine Online-Form. Dies ist natürlich die einfachste Möglichkeit herauszufinden, wie das Magazin bei den Mitarbeitern ankommt. Wenn Sie bei Erfolg eine gedruckte Version ins Auge fassen, sollten Sie bereits einen Schritt weiter denken. Wie oft sollte das Magazin erscheinen? Wie offensiv möchte ich externe Zielgruppen erreichen?

Mitarbeitermagazine, die offen in Verkaufsräumen oder Wartebereichen ausliegen, erregen die Neugier von Besuchern. Bei entsprechend hohem Interesse kann ein internes Blatt auch durchaus in ein Kundenmagazin umgewandelt werden. Die Anforderungen sind ganz ähnlich.

Doch zurück zu unserem Ausgangspunkt: Sie produzieren ein Mitarbeitermagazin. Entscheiden Sie, was an die Öffentlichkeit gelangen darf und was nicht. Online können Sie dafür offen zugängliche und passwortgeschützte Bereiche schaffen. In der Printausgabe erscheinen vertrauliche Interna natürlich erst gar nicht.

Der oben genannte Formenmix, der eine 360°-Ansprache erlaubt, ist übrigens auch für kleinere Unternehmen umsetzbar. Eine Online-Version lässt sich auf der Homepage leicht integrieren und die gedruckte Version kann zunächst in niedriger Auflage gedruckt werden (bei Onlinprinters bereits ab einem Exemplar). Bei Bedarf lässt sich der Mix mit einer Mobile-App ergänzen.

 Quellen:

Bildquellen: Photographee.eu, file404, anabaraulia, Flamingo Images, christitzeimaging.com, SeventyFour, GalacticDreamer via Shutterstock; fauxles, PhotoMIX Company, Kathy Jones via Pexels; School for Communication and Management (SCM)

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