Die grafische Kombination aus Komma und Punkt entspricht auch seiner inhaltlichen Bedeutung: Wenn der Punkt zu stark und das Komma zu schwach trennt, dann ist die Zeit gekommen, um diesem häufig vernachlässigten Satzzeichen die Bühne zu geben. Hat man sich erst einmal mit ihm angefreundet, weiß man diese feine Unterteilung zu schätzen. Gleichzeitig kann der Einsatz des Semikolons den Text sprachlich aufwerten und für etwas Abwechslung sorgen. Übrigens: Ähnliches gilt auch für den Doppelpunkt, dessen Bedeutung und Vorteile ebenfalls häufig unterschätzt werden.

Semikolon richtig eingesetzt

Wer also Hauptsätze voneinander abtrennen möchte, sich aber nicht zwischen einen Satzpunkt und einem Komma entscheiden kann, greift zum Semikolon. Speziell dann, wenn der zweite Teilsatz mit einer Konjunktion wie „aber“, „denn“, „daher“ oder „oder“ beginnt, ist häufig dieses Satzzeichen passend, auch wenn hier die meisten mit einem Komma arbeiten.

Adverben

Beim Start mit Adverben wie „hoffentlich“, „leider“, „ebenfalls“, „beinahe“ „vielleicht“ etc. kann das Semikolon ebenfalls ein passenderes Trennzeichen sein; in diesem Fall ersetzt es meist den Satzpunkt.

Bei Aufzählungen

Es gibt noch eine zweite Situation, in der man mit dem Satzzeichen gut beraten ist: bei Aufzählungen. Wer mit Aufzählungen arbeitet und innerhalb der Aufzählungen eine Gruppierung verdeutlichen möchte, erledigt das mit dem Semikolon.

Falsch eingesetzt

Völlig eindeutige Regeln, wann Sie das Semikolon verwenden, gibt es nicht, da sein Einsatz vom Inhalt des Textes abhängig ist. Klar ist aber: Es steht nicht zwischen Haupt- und Nebensatz.

Das Semikolon und die Rechtschreibung

Das Semikolon wird wie der Satzpunkt und das Komma direkt an den letzten Buchstaben platziert; nach dem Zeichen wird grundsätzlich klein weitergeschrieben – außer natürlich dann, wenn laut Rechtschreibung sowieso groß geschrieben wird wie zum Beispiel beim Start mit einem Substantiv. Die Tatsache, dass es klein weitergeht, verdeutlicht uns, dass ein Semikolon – ähnlich wie das Komma – grundsätzlich nicht das Ende eines Satzes definiert.

 

Tipp: In unserer Reihe zu Schreibregeln, stellen wir Ihnen die gängigsten Satzzeichen, Abkürzungen und Co. vor. Einen Überblick erhalten Sie im Artikel Mikrotypografie: Grundlagen der Schreibregeln. Mehr zu Gedankenstrich und wie er richtig eingesetzt wird, gibt es hier.

Bildquelle: Alexxndr via Shutterstock

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